Synonyme für Weißer Germer: Brechwurz, Gärwere, Germander, Germel, Germerwurzel, Läusekraut, Weiße Nieswurz
Wissenschaftlicher Name: Veratrum album L.
Familie: Melanthiaceae (Germergewächse)
Der Weiße Germer ist eine imposante Erscheinung auf feuchten Wiesen gebirgiger Regionen. Er ähnelt dem Gelben Enzian in der Statur und in den Blättern, ist aber mit den Liliengewächsen verwandt. Der kurze, walzenförmige Wurzelstock mit zahlreichen dünnen Wurzelauswüchsen trägt einen bis zu 1,50 Meter hoch wachsenden, dicht behaarten Stängel, den im unteren Bereich große, bis zu 30 Zentimeter lange elliptische, nach oben hin lanzettliche Blätter mit parallel verlaufenden Blattnerven umfassen. Der obere Abschnitt der Pflanze ist von Blüten dominiert, die büschelweise in einer großen Rispe stehen. Die etwa einen Zentimeter groß werdenden, weißen bis grünlich-weißen, sechsblättrigen Einzelblüten erscheinen zum ersten Mal, wenn die mehrjährige Pflanze etwa zehn Jahre alt ist. Sie blühen von Juli bis August und wirken in der Gesamtheit in den großen Rispen sehr stark. Besonders im Sonnenschein entwickelt sich ein aufdringlicher Duft, der diesen mächtigen Eindruck unterstreicht.
Vorsicht: Alle Teile der Pflanze, besonders die Wurzel, sind tödlich giftig! Deshalb ist es wichtig, ihn vom Gelben Enzian zu unterscheiden, der ihm ohne Blüten zum Verwechseln ähnlich ist und als starkes Bittermittel in verdauungsfördernden Mitteln zum Einsatz kommt. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal sind die Blattnerven: Beim Weißen Germer verlaufen sie längs, beim Gelben Enzian netzförmig. Dennoch ist beim Sammeln des Gelben Enzian Vorsicht geboten!